Sind drei Katzen eine zu viel? Tipps für einen Mehrkatzenhaushalt

Sind drei Katzen nicht ganz schön viel? Wären zwei nicht viel einfacher? Das sind Fragen, die ich immer wieder höre. Und ich bin ganz ehrlich, das sind auch Fragen, die ich mir früher auch öfter gestellt habe. Wir ihr wisst, ich habe drei Katzen.

In meiner Ausbildung zur Verhaltenstherapeutin für Katzen habe ich gelernt, dass die optimale Katzenanzahl gleich der Bewohner des Haushalts sein sollte. So kommt keine Katze zu kurz und für jede ist eine Hand zum Streicheln und ein Bauch zum darauf kuscheln vorhanden. Eine dritte Katze könnte sich in solch einer Situation ausgeschlossen fühlen, was zu Neid und zu Problemen führen könnte…

Puschi, unser Norwegerkater lebt schon seit 14 Jahren bei uns (bzw. meinem Mann), vor gut zwei Jahren haben wir Mammina als Pflegekatze aufgenommen. Da wir uns unsterblich in sie verliebt hatten, durfte sie für immer bei uns bleiben. Puschi und Mammina verstanden sich auf Anhieb gut und es gab nie irgendwelche Probleme. Ab und an schaute dann schließlich auch Shadow bei uns vorbei (Shadows Geschichte kannst du hier nachlesen). Das gefiel Mammina jedoch gar nicht und sie jagte sie anfangs immer aus dem Haus. Doch Shadow ließ nicht locker, bis nach Monaten schließlich der Moment gekommen war und auch Shadow bei uns einziehen dufte. Jetzt sind meine Katzen eine Dreier-Gang und ich könnte es mir heute gar nicht mehr anders vorstellen!

katzenfamilie katzenblog

Mit der Zeit ließen Mamminas harmlose Attacken auf Shadow nach und sie schliefen sogar gemeinsam auf dem Sofa. Warum plötzlich alles so problemlos lief? Ich denke, hier gibt es drei Gründe.

    1.  Weil wir die Katzen einfach machen ließen, sie regeln ihre kleinen Frotzeleien unter sich und benötigen uns Menschen nicht als Schlichter – nur in Ausnahmesituationen, aber die gab es bei uns zum Glück nie.
    2. Zum zweiten, weil ich meinen Katzen viel Zeit schenke. Ich arbeite von zu Hause aus und bin für meine Katzen quasi immer ‚ansprechbar‘, wenn ihnen danach ist.
    3. Und zuletzt denke ich, weil mein Mann und ich uns gut absprechen, was das Futter angeht. Keine der Katzen soll Futterneid auf die andere haben oder zu kurz kommen.

 

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Meine Tipps für einen Dreikatzenhaushalt:

  • Lasst die Katzen ihre Ränge untereinander klären und mischt euch nicht zu sehr ein (Puschi ist bei uns zum Beispiel der Chef oder auch die Katzenpolizei, wie ich gern sage 😉 )
  • Gebt dem Katzenrudel Zeit um sich zu finden
  • Schenkt euren Katzen so viel Zeit wie möglich
  • Beschäftigt eure Katzen an ‚langweiligen‘ Tagen, so dass sie auf keine dummen Ideen kommen
  • Schickt niemals eine Katze weg, wenn ihr euch mit einer anderen beschäftigt, sondern zeigt ihnen, dass ihr für beide oder sogar alle Zeit habt. Parallel streicheln ist das Stichwort!
  • Verschafft jeder der Katzen ihren eigenen Rückzugsort
  • Bringt den Katzen bei, dass es total uncool ist Futter zu klauen und sie ihren eigenen Napf haben
  • Sprecht euch mit eurem Partner oder Mitbewohner ab, so dass alle Katzen gleich behandelt werden
  • Ermöglicht euren Katzen Freigang, so können sie sich viel leichter aus dem Weg gehen, wenn sie keine Lust aufeinander haben
  • Führt gemeinsame Rituale ein. Ich gehe bei schönem Wetter zum Beispiel gemeinsam mit allen drei Miezis spazieren. Das stärkt die Bindung ungemein

Ich bin ehrlich, wäre Shadow nie von selbst bei uns eingezogen, hätte ich mir auch keine dritte Katze zugelegt. Jetzt weiß ich allerdings gar nicht mehr wieso 😉