Wenn sich eine Katze entscheidet, die Familie zu wechseln

Wenn ich Freunden, Bekannten oder auch Fremden diese Geschichte erzähle, können sie viele gar nicht richtig glauben. Denn wir haben Katzenzuwachs bekommen, ohne uns eine neue Katze ‚auszusuchen‘. Wir, das sind mein Mann und ich und unsere beiden Katzen Puschi und Mammina. Denn im Herbst 2016 zog zu uns Shadow (nicht englisch ausgesprochen), einfach weil sie es sich so ausgesucht hatte.

Shadow ist die kleine Niedlichkeit oben auf dem Foto. Shadow war kein Streuner, sondern die Katze eines Nachbars ein paar Häuser weiter. Dieser adoptierte sie vor drei Jahren aus einem kroatischen Tierheim. Shadow lebte als reine Außenkatze in einer Familie mit drei Schulkindern. Als Außenkatze, weil keine Katzenklappe am Haus angebracht werden durfte und sie dann irgendwann anfing innen ‚lästig‘ zu werden. Sie kratzte wohl von innen an den Türen und der gleichen.

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Shadow und unser großer Kater Puschi waren schon immer Freunde, Mammina hingegen konnte Shadow nicht so richtig leiden und jagte sie immer vom Grundstück, wenn sie sie sah. Dennoch kam Shadow manchmal zu uns ins Haus. Zum Beispiel im Sommer, wenn die Terrassentür offen stand, dann ging sie kurz in die Küche, stahl sich etwas Katzenfutter und verschwand wieder. Irgendwann entdeckten wir, dass sie sich zum Schlafen in meinen Kleiderschrank lag. Da ich der kleinen Maus einen warmen Schlafplatz bieten wollte, räumte ich extra ein Fach für sie frei und legte es mollig warm mit einer Decke aus. Fast täglich lag sie darin und schlief dort in Ruhe. Am Familienleben nahm sie nicht teil, sie verhielt sich ganz unauffällig und ließ sich auch nicht gerne anfassen.

Natürlich erzählten wir unseren Nachbarn, dass sich Shadow manchmal bei uns aufhält, was für sie ok war. Sie fanden sie eh irgendwie seltsam und hatten auch schon einmal überlegt, ob sie sie nicht weggeben sollten. So vergingen eineinhalb Jahre. Wenn es kühl war, sahen wir sie öfter, im Sommer dann nur sporadisch. Bis vergangenen Herbst.

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Wir bemerkten, dass sich Shadow plötzlich immer öfter bei uns aufhält. Sie aß regelmäßig bei uns mit und suchte sich andere Schlafplätze in der Wohnung. Sie fing an, es sich auf unserem Sofa gemütlich zu machen und nahm das Fensterbrett in der Küche für sich in Beschlag. Ich arbeitete mit Mammina, dass sie Shadow besser akzeptiert, was mir gut gelang und wir (mein Mann und ich) entschieden uns, Shadow zu adoptieren, wenn unsere Nachbarn damit einverstanden sind.

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Nach einem kurzen Gespräch mit unseren Nachbarn war die Sache geregelt, Shadow – der unerkannte Schatz – gehörte nun offiziell zu uns. Ab diesem Moment geschah etwas, womit ich wirklich nicht gerechnet hatte. Der kleine Tollpatsch, der auch gern mal gegen geschlossene Türen rannte und seinen Kopf super seltsam um 360 Grad bewegen kann, veränderte sich selbst um 180 Grad. Sie liebte es plötzlich zu spielen, genoss unsere Aufmerksamkeit, forderte Streicheleinheiten (auch am Bauch! Meine erste Katze die das mag!), liebte es gekämmt zu werden, entwickelte drolligen Spleens im Haus (Sie liebt es mit meinem Mann am Wasserhahn der Badewanne zu spielen) und wir haben sie sogar schon einmal beim Kuscheln mit Mammina erwischt! Sie hat sich so toll bei uns eingelebt, sie legt immer mehr ihre nervösen Ticks ab und ihr Fell ist mittlerweile seidenweich. Eines hat sie uns noch nicht gezeigt, ihr ‚Treteln‘, ich bin gespannt, ob das noch irgendwann kommt!

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Doch ein Problem haben wir jetzt: wir brauchen ein größeres Sofa :)

Diese Katze macht uns so viel Freude – danke Shadow, dass du uns als deine neue Familie ausgesucht hast!


 

Interessant: Ab und an kommt es tatsächlich vor, dass sich Katzen von ihrer Familie verabschieden und sich eine neue suchen. Natürlich nur bei Freigängern, ist klar. Wichtig ist, dass die Familien offen darüber sprechen und die beste Lösung für die Katze finden. Denn nicht wir suchen uns unsere Katzen aus, sondern die Katzen wählen sich ihr Zuhause.
Ein absolutes No-Go ist übrigens eine fremde Katze extra anzufüttern, denn natürlich halten sich die Vierbeiner dort auf, wo sie etwas leckeres zu essen bekommen. Und die Familie zuhause wundert sich dann, wo die Katze bleibt, oder warum sie so verändert isst. Wenn ihr also bemerkt, dass sich eine fremde Katze immer öfter bei euch aufhält, solltet ihr unbedingt ihren Besitzer ausmachen und offen mit ihm reden.

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